StartpaginaDeutschTherapeutische Arbeit mit Pferden

Pferde halten dem Menschen häufig einen Spiegel vor, sie haben schnell raus mit wem sie es zu tun haben. So verhalten sie sich auch: Sie sind ehrlich in ihren Handlungen und lügen nie.
Die Kommunikation bei Pferden besteht hauptsächlich aus Körpersprache und sie sind unbelastet in ihren Intentionen. Pferde werden gerne durch einen guten Anführer geleitet und sie werden jederzeit ihr Bestes tun, um den Anführer zu verstehen. Pferde haben allerdings auch ein angeborenes Gefühl für Gerechtigkeit. Sie werden durch Zurückgezogenheit zu erkennen geben, wenn man keine ehrlichen Absichten mit ihnen hat.
Therapeutische Arbeit mit Pferden kommt für Menschen mit Entwicklungsstörungen wie mentalen oder physischen Handicaps, Rückständen, Lern- und/oder Motivationsproblemen, ADHS, Autismus, Downsyndrom, auditiven und visuellen Störungen oder Verhaltensabweichungen in Frage. Die Therapieform kann auch als Ergänzung und Bereicherung neben der durch einen Arzt vorgeschriebenen Therapien durchgeführt werden.

Die Vorteile bei dieser Art der Arbeit mit Pferden

Die Therapie beginnt bereits mit der Berührung des Pferdes. Verschiedene Sinne und Kanäle, die andernfalls geschlossen blieben, werden dadurch stimuliert.
Auf dem Pferd zu sitzen bedeutet meistens nicht auf einem Sattel zu sitzen, sondern auf einem dicken Reitpad mit Handgurt. Dies bevorteilt das Gefühl der schaukelnden Bewegungen des Pferdes im Schritt und die Erfahrung der Körperwärme des Pferdes (1Grad höher als die des Menschen).
Wenn es möglich wird das Pferd zusammen mit dem Patienten für die Therapiestunde vorbereitet. Dies bietet diverse pädagogische Augenblicke: Welche Farbe hat das Pferd, welche seiner Haare sind lang, welche kurz, wie muss ich mein Pferd bürsten, wie muss ich die Hufe auskratzen usw..
Die Therapie verfolgt als Ziel die individuelle Entwicklung des Patienten, sowie Entspannung, Konzentrationssteigerung, Durchhaltevermögen und Selbstvertrauen, Verbesserung kognitiver und sozialer Fähigkeiten, Vergrößerung sensorischer Integration und der Psychomotorik.

Entwicklungsstand

Abhängig von der individuellen Entwicklungsstörung wird bei jedem Patienten danach geschaut, was dieser nötig hat. Manchmal verlangt es sehr viel von einem Patienten, sich an die rhythmischen Bewegungen des gehenden Pferdes anzupassen und seine Ängste zu überwinden. Für einen anderen ist es schwieriger auch Übungen auf dem Pferd mitzumachen.
In diesem Zusammenhang werden Elemente aus der sensorischen Integration, dem orthopädagogischem Voltigieren, Natural Horseman Ship oder Centered Riding benutzt.
Auch Erzählungen, Lieder, Gespräche und allgemeine Informationen rund um das Thema „Pferd“ spielen eine wichtige Rolle bei dem orthopädagogischem Reiten, sofern es zum Alter und dem Entwicklungsstand des Patienten passt.

Sitzungen

Die Sitzungen sind immer individuell, um den Patienten die Aufmerksamkeit zukommen lassen zu können, die sie benötigen. Manchmal wird das Pferd durch einen zusätzlichen Helfer begleitet, der Therapeut läuft dann auf Höhe des Patienten mit.
Die Bezahlung kann via PGB erfolgen.


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